Bringt Paech Glück?

Heute wird in Moabit der “Moa Bogen” eröffnet, mit einem 4-Sterne-Hotel, mehreren Geschäften und vor allem dem größten Edeka-Markt der Welt. Das Center steht genau auf dem Grundstück der einstigen Paech-Brot-Fabrik. Älteren West-Berlinern sind vor allem die gereimten Zweizeiler in Erinnerung, die z.B. in den U-Bahn-Zügen als Werbung hingen. Als Kinder haben wir die gerne verändert, etwa in dieser Form: “Haste im Verkehr mal Stau, nimm ein Paech-Brot dir zur Frau”
Doch der 1927 gegründeten Großbäckerei war kein gutes Ende beschert. Ab 1986 ging’s bergab, die Firma wurde verkauft an den Großbäcker und Immobilienspekulanten Horst Schiesser, der sie wenige Monate weiter gab. Die Brotmarke verschwand vom Markt, der neue Besitzer und einstige Paech-Konkurrent Wendeln nutzte das Gelände nur noch als Lager.

Damit könnte die Geschichte zu Ende sein, ist sie aber nicht. Denn Edeka hat sich etwas Besonderes ausgedacht: Anlässlich der Eröffnung ihrer neuen Kaufhalle hat die Firma auch den Namen Paech-Brot wieder ausgegraben und stellt nun auf dem Gelände eigenes Brot her – nach den original Rezepten von Paech-Brot.
Ob das so klug ist? Ein Artikel, der seinen Hersteller nach Jahrzehnten in den Ruin getrieben hat, soll identisch wieder hergestellt werden?

Wirklich ernst ist es Edeka wohl nicht, sonst hätten sie sich mehr Mühe gegeben. Ihre ganzseitigen Anzeigen zur Eröffnung strotzen jedenfalls vor Fehlern, selbst die eigene Adresse wird von der Birkenstraße zur Birkenallee. Da kann man nur hoffen, dass es wenigstens mit dem Brot klappt. Und vielleicht ist ja mittlerweile genug Zeit vergangen, so dass es als Retro doch wieder erfolgreich wird.

image_pdfimage_print

ANZEIGE

1 Kommentar zu Bringt Paech Glück?

  1. … warum nicht?
    Wenn auch die Gruppe derer, die sich noch an das Brot und die Sprüche erinnern kann, inzwischen sehr klein sein dürfte. (Die derer, die sich an Edeka erinnern kann auch…)
    Am Ende zählt für die meisten doch nur der Preis. Und da ist es egal ob Harry oder Paech drauf steht, so lange die Zahl klein genug ist.

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*


Berlin für Neugierige