Nazis sind jetzt Hardcore

Wie die Taz berichtet, hat sich ein Neonazi den Begriff “Hardcore” als Marke schützen lassen. Timo Schubert ist seit Jahren als aktiver Rechtsextremist bekannt, er spielt in einer Rockband und betreibt einen eigenen Online-Shop, in dem neben zahlreichen T-Shirts mit dummen Sprüchen auch Reichskriegsflaggen, CDs und sogar Gummiknüppel und ausziehbare Schlagstöcke aus Stahl angeboten werden.
Mit der Sicherung der Wortmarke darf nun niemand mehr den Begriff “Hardcore” im Zusammenhang mit Musik nutzen, ohne von Schubert eine Genehmigung dafür zu erhalten. Dabei ist Hardcore mehr als nur ein Fantasiewort, es beschreibt einen ganzen Musikstil – und zwar einen traditionell antifaschistischen. Schon Ende der 70er hatte sich aus der Punk-Szene eine noch härtere Fraktion gebildet, mit Gruppen wie Blag Flag, die auch in Europa bis heute bekannt sind. In Deutschland kam Hardcore in den 80er Jahren auf. Hier verstand man sich nicht nur als antifaschistisch, sondern meist auch ausdrücklich als links. Die Konzerte finden seitdem hauptsächlich in Clubs wie dem SO36 statt, also in der linken Szene. Der Begriff Hardcore findet sich seit über zwanzig Jahren auf hunderten Produkten wie T-Shirts, Plakaten, Aufklebern und CD-Covern.
Mit der Sicherung der Markenrechte kann Timo Schubert nun in der linken Szene kräftig abkassieren. Oder er könnte seine Verwendung sogar untersagen lassen, was so manchen linken und Musikversand in finanzielle Nöte treiben könnte.
Bisher ist jedoch noch nicht sicher, dass der Markeneintrag bestehen bleibt. Bands, Musikverleger, Plattenfirmen, Veranstalter und Fans werden derzeit kontaktiert, um eine Löschung der Marke zu erreichen. Das ist innerhalb von drei Monaten nach dem Eintrag möglich, allerdings läuft die Frist schon im März aus.

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